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Singles – Longplayer – Alben

Göhre_Cover_240.jpgÜber das Buch
Wir sehen Filme. Wir reden über Filme. Mitunter erinnern wir uns dann. Erinnern uns an das erste Mal und an die letzten Worte beim Abschied. An einen bestimmten Sommertag, an ein Gefühl, an die Atmosphäre. War es in München, in Berlin oder anderswo? Bilder entstehen. Ein neuer, eigener Film läuft ab. Der Konsument wird zum Produzent.

Frank Göhres Textcollage »Du fährst nach Hamburg, ich schwör´s dir« erinnert an Filme, deren großes Thema die Stadt ist, oder besser, das Porträt eines Stadtviertels: Hamburg St. Pauli in den Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahren. Drei stilistisch sehr unterschiedliche Regisseure – Francesco Rosi (»Lucky Luciano«), Jürgen Roland (»Davidwache«) und Klaus Lemke (»Rocker«) – realisierten hier ihre Geschichten von Gastarbeitern, Gaunern und anderen Ausgegrenzten. Zugleich aber erzählen sie von der Entwicklung der Organisierten Kriminalität. Von der »rechten Hand« des berühmt-berüchtigten Mafiosi Lucky Luciano bis hin zur Etablierung der »Hell´s Angels« spannt sich der Bogen dieses ersten Teils eines »Heimatfilms«.

Zutage befördert wird dabei neben einer neunen Sicht auf die Filme ein Stück spannender Stadtgeschichte, angereichert mit einigen Spielfilmszenen und den Rock-Hits jener Jahre.

»Eine Liebeserklärung an Hamburg. Weltalltag auf dem Kiez.« Michael Töteberg, Szene Hamburg & CulturMag

Der zweite Teil »Die Härte, der Reichtum und die Weite« (CB, November 2014) beinhaltet die Filme von Roland Klick (»Supermarkt«), Hark Bohm (»Nordsee ist Mordsee«) und Vadim Glowna (»Desperado City«).

Über den Autor
Frank Göhre, Jahrgang 1943, arbeitete als Buchhändler, Bibliothekar, Verlagsangestellter und Hörfunkautor. Er lebt in Hamburg und schrieb neben Romanen (siehe www. pendragon.de) u. a. die Drehbücher zu den Kinofilmen »Abwärts«, »Die Ratte« und das mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnete Drehbuch »St. Pauli Nacht« (Regie: Sönke Wortmann). Göhre ist Mitarbeiter bei CULTurMAG .Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage.

Frank Göhre: Du fährst nach Hamburg, ich schwör´s dir. Ein Heimatfilm. Originalausgabe. CulturBooks Maxi, Mai 2014. 65 Seiten. 4,99 Euro. ISBN 978-3-944818-50-4

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Cover_Haerte_240.jpgÜber das Buch
Wir sehen Filme. Wir reden über Filme. Mitunter erinnern wir uns dann. Erinnern uns an das erste Mal und an die letzten Worte beim Abschied. An einen bestimmten Sommertag, an ein Gefühl, an die Atmosphäre. War es in München, in Berlin oder anderswo? Bilder entstehen. Ein neuer, eigener Film läuft ab. Der Konsument wird zum Produzent.

Frank Göhres Textcollage »Die Härte, der Reichtum und die Weite«, der zweite Teil seines »Heimatfilms«, erinnert an weitere Filme, deren großes Thema die Stadt Hamburg ist. Es ist das Porträts von zwei Stadtvierteln: Von Wilhelmsburg und vor allem von Hamburg St. Pauli in den Siebziger Jahren. Drei stilistisch sehr unterschiedliche Regisseure – Roland Klick (»Supermarkt«), Hark Bohm (»Nordsee ist Mordsee«) und Vadim Glowna (»Desperado City«) – realisieren hier ihre Geschichten von jugendlichen Außenseitern, Kleinkriminellen, Zuhältern, Stripperinnen und anderen Ausgegrenzten. Zugleich aber zeigen sie eine Stadt des Um- oder auch Aufbruchs. Naturgewalten und Politik verändern sie. Die Konkurrenzkämpfe auf dem Kiez werden härter, der Großstadtsound wird schneller. Göhres „Heimatfilm“ übernimmt diesen Rhythmus und wirft erhellende Spotlights auf die Geschehnisse jener Jahre.

Zutage befördert wird dabei neben einer neuen Sicht auf die Filme ein stadtgeschichtlich erhellender Film aus Worten, ein Stück Kultur- und Sittengeschichte der Freien und Hansestadt Hamburg, angereichert mit einigen Spielfilmszenen und den Rock-Hits der Siebziger Jahre.

»Eine Liebeserklärung an Hamburg. Weltalltag auf dem Kiez.« Michael Töteberg, Szene Hamburg & CulturMag

Der erste Teil  »“Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s Dir„« (Frühjahr 2014) beinhaltet die Filme von Francesco Rosi (»Lucky Luciano«), Jürgen Roland (»Davidwache«) und Klaus Lemke (»Rocker«)

Über den Autor
Frank Göhre, Jahrgang 1943, arbeitete als Buchhändler, Bibliothekar, Verlagsangestellter und Hörfunkautor. Er lebt in Hamburg und schrieb neben Romanen (siehe www. pendragon.de) u. a. die Drehbücher zu den Kinofilmen »Abwärts«, »Die Ratte« und das mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnete Drehbuch »St. Pauli Nacht« (Regie: Sönke Wortmann). Göhre ist Mitarbeiter bei CULTurMAG .Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage.

Frank Göhre: Die Härte, der Reichtum und die Weite. Ein Heimatfilm. Teil II. Originalausgabe. CulturBooks Maxi, November 2014. 45 Seiten. 3,99 Euro. ISBN 978-3-944818-64-1

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cover_240x384_maxi_goehre.jpgÜber das Buch
»Hot stuff – can’t get enough« – Ein alter Song ertönt, ein Track auf einer verstaubten CD-Box, seit Jahren im Regal, ein Live-Mitschnitt, ein Zeitsprung, zurück in die Siebziger, bewegte Bilder, flackernd und voller Sprünge, ein Film läuft ab, ein Film in Worten: »Hot Stuff«.

Es ist eine Reise nach Rom und weiter nach New York und Washington, D. C. Sie führt zu den Straßengangs aus den Vorstädten, zu den bad guys, die an das große Geld und an die Macht wollen. Und es geht zurück auf den Kontinent, nach Yorkshire, wo es ständig regnet und in den nasskalten Nächten ein Killer seine Opfer sucht. Auch anderswo wird brutal gemordet und zumeist geht es dabei um »Sister Morphine« und »Cousin Cocaine«. Vier groß angelegte Romanzyklen erzählen davon.

Frank Göhre zitiert und rafft Romane von Giancarlo De Cataldo, David Peace, George P. Pelecanos und Don Winslow. Er ergänzt sie assoziativ mit Passagen aus Filmen und »Love You Live«, dem dritten Livealbum der Rolling Stones, mit Ausschnitten aus populären Songs, Texten von u. a. Thomas Adcock, Keith Richards, innovativen Reportagen, aus den Archiven politischer Intrigen. So entsteht das Porträt einer (Gegen-)Gesellschaft im Zeichen der Sucht, der Gier nach Reichtum und Macht – »Hot Stuff« also. Ein Film in Worten. Mit einem Nachwort von Thomas Wörtche.

»In New York ist es in diesem Jahr einer dieser Es-ist-nicht-die-Hitze-es-ist-die-Feuchtigkeit-Nachmittage, und zwei junge Iren sitzen in einem Pub an der 47th Street, Ecke 12th und trinken Bier. Es ist der Stadtbezirk Hell’s Kitchen. (…) Ein hünenhafter Schutzgeldeintreiber kommt in den Pub und will einem der Jungs ins Maul pissen. Aber der andere ist schneller. Er zieht eine 22er unterm Hemd vor und schießt dem Drecksack zwei Löcher in die Stirn.«

»Göhre ist ein Klassiker, vielleicht der Klassiker des Noir made in Germany; ein Autor, der kleinen Gangstern, gefallenen Ladys und gebrochenen Polizisten literarisch eine Stimme gibt, und das im Klang so authentisch wie formal experimentell.«
Ulrich Noller

Über den Autor
Frank Göhre, Jahrgang 1943, arbeitete als Buchhändler, Bibliothekar, Verlagsangestellter und Hörfunkautor. Er lebt in Hamburg und schrieb neben Romanen u. a. die Drehbücher zu den Kinofilmen »Abwärts«, »Die Ratte« und das mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnete Drehbuch »St. Pauli Nacht« (Regie: Sönke Wortmann). Göhre ist Mitarbeiter bei CULTurMAG .Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage.

Frank Göhre: Hot Stuff. Eine Nacherzählung. Mit einem Nachwort von Thomas Wörtche. Digitales Original. 85 Seiten. 4,99 Euro. 1.10.2013. ISBN 978-3-944818-12-2

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aleks-scholz-flughafen240.jpgÜber das Buch
Das Problem mit Flughäfen ist wohl, dass wir nicht dort sein wollen. Wir wollen woanders sein, und Flughäfen sind nur die Trittsteine in diese andere Welt. Es sind sonderbare Zwischenorte, die sich anders verhalten, als wir es gewohnt sind, und wenig Interesse daran haben, uns dort zu behalten, Orte, die einen einsaugen, nur um einen am anderen Ende wieder auszuspucken. Dabei geben sie sich große Mühe, möglichst geheimnisvoll zur wirken. Flughäfen sind so unlogisch wie Luftschokolade. Überall öffnen sich sinnlose Höhlen. Parkgaragen und Autobahnen verknoten sich in der vierten Dimension. Busse fahren ins Niemandsland. Es gäbe soviel zu verstehen, aber Flughäfen haben kein Interesse daran, verstanden zu werden, im Gegenteil, man gewinnt den Eindruck, dass sie uns für dumm halten.
»Flughafenwandern ist der Versuch, den Flughafen zu transzendieren, das große, störrische Ding, ihn aus den Angeln zu heben. Was bleibt übrig, wenn man den Kern des Flughafens, seinen Daseinszweck, ignoriert?«
»Aleks Scholz, Autor und Astronom, erzählt leise, unspektakulär, genau und ironisch. Sehr beeindruckend, wie er Wissen in eine erzählerische Struktur gibt, die unterhält und nachklingt.« Anne Kuhlmeyer

Warum es uns gefällt
Flughäfen behandeln uns wie weiße Mäuse in einem seltsamen weltumspannenden Tierversuch. Aus der Gefangenschaft zu entkommen, die Struktur der Flughäfen zu erkunden, ihre Topographie zu kartieren, ihre Funktion zu enthüllen, zu überleben in einer inhumanen Umgebung, das ist die Aufgabe des Flughafenwanderers.

Über den Autor
Aleks Scholz, geb. 1975, ist Astronom und Autor. Zurzeit arbeitet er als Direktor des Observatoriums an der Universität von St. Andrews in Schottland. Zusammen mit Kathrin Passig veröffentlichte er das »Lexikon des Unwissens« und »Verirren«. Er war Redakteur des Weblogs Riesenmaschine, das 2006 den Grimme-Online-Preis bekommen hat und schrieb für die Süddeutsche Zeitung, den Standard, die taz, die ZEIT, Spiegel Online und CulturMag. Aleks Scholz konnte 2010 auf den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt den Ernst-Willner-Preis gewinnen.

Aleks Scholz: Flughafenwandern. Band 1: Europa und Nordamerika. Digitale Originalausgabe. CulturBooks Maxi, November 2016. Circa 120 Seiten. 6,99 Euro. ISBN 978-3-95988-042-8

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cover_240x384_maxi_scholz11.jpgÜber das Buch
Zen oder die Kunst einen Berg zu besteigen: Eine Wanderung. Sie heißen Lugduff, Tonlagee oder Kippure; Camaderry, Conavalla oder Carrigshouk – die Berge der Wicklow Mountains, einem Gebirge südlich von Dublin. Es ist kein spektakuläres Gebirge, die Berge sind nicht besonders hoch und die Landschaft nicht besonders attraktiv, auch einen Panoramablick sucht man vergebens. Dazu ist es meistens nass, schlammig, neblig und kalt.

Wer wie Aleks Scholz Jahr für Jahr trotzdem immer wieder in die Wicklows zurückkehrt, der muss irgendeinen anderen Grund haben als Berge. Zum Beispiel die Suche nach den eigenen Antrieben. Die Wicklows sind wie gemacht zur Selbsterkenntnis. Wege gibt es fast keine, Attraktionen sind selten, stattdessen viele Quadratkilometer leeres Land, das man im eigenen Kopf mit Leben erfüllen kann. Und so hat Aleks Scholz die vergangenen Jahre damit verbracht, die Wicklows in eine Sammlung autobiographischer Notizen zu verwandeln. Da hinten, die kalte Nacht im März 2010, als er beschloss, sein Leben zu ändern. Nur knapp daneben die Stelle, wo seine erste Karte der Wicklows im Regen zerfiel, eine Episode aus den naiven Jahren, als er noch unlaminierte Papierkarten verwendete. Oder da drüben, die Schlacht mit den Fliegen vom Sommer 2011.

Aleks Scholz ist für uns zum Moosexperten geworden, hat sich mit Fliegen, Kühen und Schafen herumgeschlagen, hat Fichtenwälder, hüfthohes Gestrüpp, Matsch, Moor und Schlamm, in den man bis zum Knie oder weiter einsinkt, überwunden. Das einsame Laufen durch Dreck, Nässe und Kälte war dabei auch ein Trip ins eigene Unterbewusste, ein Zugriff auf einen Teil der Welt, der sonst gründlich verriegelt ist. Aleks Scholz hat die Wicklow Mountains, diese vagen, matschigen Orte, in eine konkrete Form gebracht und anderen damit den Weg erspart. Was er betreibt, ist moderne Alchemie, die Verwandlung von Torf in Buchstaben. Und so wissen wir Leser am Ende alles über die vielen Berge der Wicklows und auch ein bisschen mehr über das Leben selbst.

Ein Trip ins Gebirge – und ein transzendentaler Ausflug in die persönliche Unterwelt.

Über den Autor
Aleks Scholz, geb. 1975, ist Astronom und Autor. Zurzeit arbeitet er als Direktor des Observatoriums an der Universität von St. Andrews in Schottland. Zusammen mit Kathrin Passig veröffentlichte er das »Lexikon des Unwissens« und »Verirren« (beides bei Rowohlt Berlin). Er war Redakteur des Weblogs Riesenmaschine und schrieb für die Süddeutsche Zeitung, den Standard, die taz, die Zeit, Spiegel Online und CULTurMAG. Von 2009 bis 2013 lebte und arbeitete er in Dublin.

Aleks Scholz: Lug, Ton und Kip: Die Erforschung der Wicklows. Digitale Originalausgabe. 56 Seiten. 3,49 Euro. Oktober 2013. ISBN 978-3-944818-18-4

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Über das Buch

Die Geschichte
Eine Dorfjugend in den 70er Jahren und ein dunkles Geheimnis: Karg ist das Land im Koog an der Nordseeküste hinterm Deich. Die Bewohner reden nicht viel, und wenn, dann auf Platt. Auch Matthias’ Vater ist wortkarg und streng. Ganz im Gegensatz zu dem versponnenen 14-Jährigen, der zwar bei den Arbeiten auf dem Hof hilft, beim Dreschen und bei der Kohlernte, der sich aber mit der Enge des Alltags im Koog nicht abfinden kann. Als er in der Scheune des elterlichen Hofes eine rostige Glocke findet, kommt er einer lange vergrabenen, aber längst nicht vergessenen Geschichte auf die Spur. Und dann taucht auch noch die hübsche Sabine im Dorf auf. Matthias lernt ein weiteres Geheimnis kennen: das der ersten Liebe.

Der Hintergrund
Dieksanderkoog, Schauplatz der Erzählung, hat eine bewegte Geschichte: »Adolf-Hitler-Koog« hieß dieser 1935 eingeweihte Musterkoog der Nazis bis 1945. Die Siedler waren handverlesen und bis auf einen Mitglieder der NSDAP, viele von ihnen schon seit Jahren. Den Mittelpunkt des Koogs bildete die Neulandhalle, die statt der sonst üblichen Kirche gebaut worden war. Neben der Halle hing eine große, eiserne Glocke in einem hölzernen Glockenturm. Diese Glocke verschwand auf mysteriöse Weise in der Nachkriegszeit … – wurde sie zerstört oder gar von einigen Bauern des Dorfes versteckt? Thies Thiessen nimmt diese Geschichte als Blaupause für seine charmante und eigenwillige Erzählung, die zeigt, dass manche Dinge, die gut vergraben erscheinen, auch Jahrzehnte später nicht vergessen sind.

Über den Autor
Thies Thiessen wurde 1958 in Marne/Holstein als Bauernsohn geboren. Nach seinem Graphik-Design-Studium war er Art Director und Texter in Werbeagenturen, außerdem einige Jahre Dozent für Konzeption und Ideenfindung. Heute schreibt und zeichnet er freiberuflich. Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage.

Thies Thiessen: Die Glocke: Das alte Lied. Novelle. Originalausgabe. CulturBooks Maxi, Februar 2014. 130 Seiten. 4,99 Euro. ISBN: 978-3-944818-33-7

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cover_240x384_maxi_zeller.jpgÜber das Buch
»Was alles können wir Erwachsene, aber gerade auch die Kinder in ihrer Lebensneugierde, von unseren verrückten Alten lernen!«
Michael Zeller erzählt die letzten zwei Jahre im Leben eines alten Menschen – eines ihm sehr nahen Menschen: der Mutter. Das ist bewegend, ehrlich und überraschend leicht und humorvoll: »Zu meinem eigenen Erstaunen schrieb ich gern an dem Manuskript, sonst hätte ich meine Notizen ruhen lassen. Es war, schreibend, eine Heiterkeit in mir, die sich, so hoffe ich, auf einen Leser überträgt.«
Die Distanz, die jedes Erzählen fordert, hat Michael Zeller die Freiheit gebracht, das Gehen eines Menschen als einen natürlichen Prozess zu sehen und dabei das Exemplarische, für jeden von uns Gültige zu fassen.
Zeller schildert die Besuche im Krankenhaus nach den Schlaganfällen, die Auflösung der Wohnung, die Zeit im Pflegeheim, die nicht nur die Mutter verändert, sondern auch ihn, den Besucher. Hineingearbeitet in die Gegenwart sind Szenen aus dem zurückgelegten Leben. Sie tauchen irrlichternd auf, zu Bruch gegangen manchmal, verzerrt. Diese Art beschädigter Erinnerung, wie sie im Alter auftritt, ist dem poetischen Verfahren eines Dichters nicht unähnlich und wird von Michael Zeller mit Lust genutzt.
So ist ein berührendes, konzentriertes »Protokoll einer Flucht« entstanden, das nicht zuletzt auch das immer wundersame und immer individuelle Beziehungsgeflecht zwischen allen Eltern und ihren Kindern nachspürt, das eh schon ein Rätsel für sich ist und in diesem Fall noch einmal kompliziert wird durch die Auswirkungen des Weltkrieges und des Nationalsozialismus. Damit ist das Buch nebenbei auch ein Abschied von der Kriegsgeneration geworden, deren letzte Vertreter uns gerade verlassen.
Die Textur des Erzählens ist luftig genug, um durchsichtig zu werden für den Humor, der auch im Sterben liegt. Gerade dieser Humor (der letztmögliche, der beste) ist es, der das Private aufsaugt und hinter sich lässt.
Poeten lieben das Leben. Und also auch den Tod.

Über den Autor
Seit seinem literarischen Debüt 1978 (mit dem Roman »Fehlstart-Training«) hat Michael Zeller ein vielgestaltiges Werk geschaffen. Neben Gedicht-, Erzähl- und Essaybänden sind das vor allem seine bisher acht Romane, zuletzt erschien »Falschspieler«. Zusammen mit Schülern hat Zeller zwischen 2007 und 2012 fünf »Schulhausromane« veröffentlicht.
Michael Zeller (Promotion, Habilitation) erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so den »Kulturpreis Schlesien« des Landes Niedersachsen (1997) oder den »Von der Heydt-Kulturpreis« der Stadt Wuppertal (2008). 2011 verleiht ihm die »KünstlerGilde Esslingen« den »Andreas Gryphius-Preis«. Er war zu Poetik-Dozenturen eingeladen an den Universitäten von Erfurt, Mainz, New York.
Die letzten Veröffentlichungen sind »Die Selbstkritik von La Habana im Jahr 1968« (Erzählung, 2012), die wöchentliche Bild-Text-Kolumne »Seh-Reise«, im Online-Magazin CULTurMAG, 2012/13 und »wie es anfängt: wie es endet. Gedichte und Gesänge« (2013). Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage.

Michael Zeller: Abhauen! Protokoll einer Flucht. 120 Seiten. 5,99 Euro. 1.10.2013. ISBN 978-3-944818-14-6

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